Martin Wettges, 1983 in Regensburg geboren, studierte Orchesterdirigieren am College-Conservatory of Music Cincinnati (USA) bei Prof. Mark Gibson, an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien bei Prof. Uroš Lajovic sowie an der Hochschule für Musik und Theater München in der Klasse des Originalklang-Spezialisten Prof. Bruno Weil, wo er seine Ausbildung mit dem künstlerischen Diplom und dem Meisterklassendiplom abschloss. Daneben studierte er Musikwissenschaft, Philosophie und Musikpädagogik an der Ludwigs-Maximilians-Universität in München. Er war Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, des Richard-Wagner Verbands, der Mark-Lothar Stiftung und der University of Cincinnati.

Ab 2013 war Martin Wettges als Chordirektor und Dirigent an der Opera North in Leeds (UK) engagiert, mit der er u.a. beim Aldeburgh Festival, am Royal Opera House Belfast, The Lowry Lyric Theatre Manchester, Theatre Royal Newcastle und Theatre Royal Nottingham gastierte. 2016 wechselt er als Chordirektor mit Dirigierverpflichtung an das traditionsreiche Meininger Staatstheater. Neben Einstudierungen und Vorstellungsdirigaten des umfangreichen Opernrepertoires (u.a. Der Barbier von Sevilla, Capriccio, Carmina Burana, Così fan tutte, Don Pasquale, Evita, Die Fledermaus, Gräfin Mariza, Hoffmanns Erzählungen, Lucia di Lammermoor, Die Meistersinger von Nürnberg, Der Messias, Regina, Tannhäuser, Tosca, La Traviata) dirigierte er dort auch regelmäßig Symphoniekonzerte mit der Meininger Hofkapelle. Seit 2018 ist er in gleicher Position an der Norwegischen Nationaloper (Den Norske Opera & Ballett) in Oslo beschäftigt.

Seit 2009 ist er Musikdirektor und künstlerischer Leiter der Opera Mauritius, wo er bislang u.a. Carmen, Les Pêcheurs de Perles, Orphée aux Enfers, La Veuve Joyeuse und La Traviata mit internationaler Sängerbesetzung aufführte.

Martin Wettges dirigiert daneben u.a. das Cape Town Philharmonic Orchestra, das Orchestra of Opera North (Leeds, UK), das Gewandhausorchester Leipzig, das Orquesta Sinfónica Nacional del Perú, das Orquesta de la Ciudad de Lima, die Meininger Hofkapelle, das Münchner Rundfunkorchester und die Münchner Symphoniker, das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz, das Philharmonische Orchester Coburg, die Landeskapelle Eisenach, die Philharmonie Bad Reichenhall, das Georgische Kammerorchester Ingolstadt und das Orchestre de la Région Réunion.

Als Chordirigent arbeitete er u.a. mit dem Chor der Herrenchiemsee Festspiele, der Meininger Kantorei, dem Münchner Motettenchor, dem Münchner Konzertchor, dem Chor des Staatstheaters am Gärtnerplatz, dem Kinderchor der Bayerischen Staatsoper, dem Münchner Knabenchor, dem Chor der Bayerischen Theaterakademie August Everding, dem Norske Solistkor, dem Südtiroler Kammerchor und der Suhler Singakademie. Als künstlerischer Leiter des Chorfestivals Various Voices dirigierte er 2018 Carmina Burana auf dem Münchner Odeonsplatz mit ca. 5000 Sängerinnen und Sängern.

Er übernahm die musikalische Leitung von Neuproduktionen am Münchner Staatstheater am Gärtnerplatz (Britten: Noye’s Fludde), an der  Oper Graz (Rigoletto, III. Akt, ausgezeichnet mit dem ring.award 08), an der Oper Karlstad in Schweden (Rigoletto), am Landestheater Coburg (Les pêcheurs de perles), an der Bayerischen Theaterakademie August Everding (La Traviata), beim Festival junger Künstler Bayreuth (Wang Ai Qun: Der Traum der roten Kammer, UA), am Théâtre Luc Donat in Frankreich (La Traviata) und mit der Opernschule und dem Institut für historische Aufführungspraxis der Hochschule für Musik und Theater München (Alcina).

Weitere Engagements als Gastdirigent führten ihn an die Opernhäuser von Eisenach (Gräfin Mariza), Leipzig (Il turco in Italia), Lima und La Réunion (La Traviata), sowie als Assistenzdirigent an die Staatsoper unter den Linden Berlin, zur Münchner Biennale für neues Musiktheater und als Korrepetitor ans Freie Landestheater Bayern sowie ans Internationale Opernstudio Meran/Italien.

2013 dirigierte er zur Eröffnung der Münchner Opernfestspiele der Bayerischen Staatsoper Prokofjews Peter und der Wolf mit Kultusminister Dr. Wolfgang Heubisch als Sprecher.

Mit Musikern des Orchesters der Deutschen Oper Berlin gastierte er 2015 auf Einladung des Goethe-Instituts beim ClassikArt Festival in Antananarivo, Madagaskar, wo er eine Aufführung der Schöpfung von Haydn leitete. Mit Mitgliedern der Schola Cantorum Basiliensis gastierte er 2017 in München als Dirigent der Johannespassion. 2018 dirigierte er das Geflüchtetenorchester „Bridges“ auf Einladung der Bundesregierung vor Kanzlerin Merkel in Berlin.

Wettges’ besonderes Engagement gilt der historischen Aufführungspraxis, sowie zeitgenössischer und vergessener Musik: Als Mitglied der internationalen Walter-Braunfels-Gesellschaft engagiert er sich für die Wiederaufführung dessen kompositorischen Schaffens, das er auch als Herausgeber für Boosey & Hawkes, Bote & Bock und Edition Gravis ediert. Daneben dirigierte er Ur- und Erstaufführungen u.a. von Carl Filtsch, Robert Krampe, Helmut Krausser, Alfred Schnittke, Anno Schreier und Johann Rudolf Zumsteeg. Das von ihm wiederentdeckte, rekonstruierte und herausgegebene Klavierkonzert des Parsifal-Uraufführungsdirigenten Hermann Levi brachte er 2008 zur ersten Wiederaufführung seit über eineinhalb Jahrhunderten. Im Rahmen des „United Nations Holocaust Remembrance Day Concert“ 2010 in Cincinnati dirigierte er Werke von Levi  und Braunfels erstmals in Amerika.

Von 2008 bis 2013 war Martin Wettges an der Hochschule für Musik und Theater München Lehrbeauftragter für Orchesterleitung. 2010/11 leitete er dort zudem die jährliche Musiktheaterproduktion der Opernschule und kehrte 2016 als Gastdirigent des Hochschulsymphonieorchesters zurück.

2012 wurde er daneben auch zum Lehrbeauftragten für Partiturkunde ans Institut für Musikwissenschaft der Ludwig-Maximilians-Universität München berufen. Als Gastdozent unterrichtete er am Royal Northern College of Music in Manchester, an der Bayerischen Theaterakademie August Everding, am College-Conservatory of Music Cincinnati, am Conservatoire de la Région Réunion, am Conservatoire Frédéric Mitterand sowie für die Bayerische Singakademie des deutschen Musikrats.

Als künstlerischer Leiter der von ihm mitbegründeten Musikakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes in Brixen (seit 2011) dirigierte er Aufführungen von Brittens War Requiem, Bruckners 9. Symphonie und Te Deum, Gustav Mahlers 2., 3., 4., 8. und 10. Symphonie sowie dem Lied von der Erde und von Strauss‘ Alpensinfonie im Rahmen der Gustav Mahler Musikwochen Toblach, in der Philharmonie Essen, im Münchner Herkulessaal und in der Philharmonie im Münchner Gasteig.